Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald
Hämbach – Am 3. April 2025 versammelten sich Schülerinnen und Schüler des Dr.-Sulzberger-Gymnasiums gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Initiativen am Gedenkstein in Hämbach. Anlass war der 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald und seiner zahlreichen Außenlager, darunter auch das Lager in Hämbach. Die Veranstaltung stand unter dem Leitsatz: Ein Licht gegen das Vergessen setzen.
Bereits zu Beginn wurde deutlich, dass das Gedenken an die Vergangenheit nicht nur eine historische Pflicht ist, sondern auch eine Verantwortung für die Gegenwart und Zukunft. "Wir stehen hier am Gedenkstein in Hämbach, weil das, was hier geschehen ist, nicht vergessen werden darf", betonte die Schülerin Neele Merbitz. "Unrecht wurde möglich, weil Menschen wegsahen, schwiegen oder sogar mitmachten."
Unter den Anwesenden waren der erste hauptamtliche Beigeordnete und stellvertretende Bürgermeister Hannes Knott, Schulleiterin Liane Ritzmann, Ortsteilbürgermeister Birk Wanderer, die Demokratiebeauftragte der Schule Antonia Seib sowie Vertreter der "Partnerschaft für Demokratie" und der Initiative "Omas gegen Rechts". Simon Ortner, Vertreter der "Partnerschaft für Demokratie Wartburgkreis", hob in seiner Ansprache hervor, wie wichtig es sei, dass junge Menschen sich mit der Geschichte auseinandersetzen und Verantwortung für eine demokratische Zukunft übernehmen. Auch die Schülervertretung des Gymnasiums aus Bad Salzungen setzte ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen.
Besonders eindrucksvoll war die Rede von Leander Hollenbach: "Warum sollten wir uns als Jugendliche mit dieser Vergangenheit beschäftigen? Weil sie uns betrifft. Geschichte ist nicht nur etwas, das in Büchern steht. Sie prägt unsere Welt, unsere Gesellschaft und unser Denken."
Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung durch das Stück „Bist du bei mir“ von Johann Sebastian Bach. Die Schülerinnen Maileen Eckert (9. Klasse) und Charlotte Anacker (8. Klasse) spielten es live und sorgten damit für eine besonders bewegende Atmosphäre. "Dieses Lied drückt eine tiefe Sehnsucht nach Nähe und Trost aus – das Gefühl, in schwierigen Momenten nicht allein zu sein", erklärte Melina Gesang. Gerade für die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen sei dieser Gedanke oft der letzte Halt gewesen.
Auch Burkhard Durner, ehemaliger Sportlehrer und Gründer der Internationalen Workcamps, nahm an der Veranstaltung teil. Sein Engagement für die Erinnerungskultur wurde an diesem Tag ebenfalls gewürdigt.
Ein symbolisches Element der Veranstaltung war ein großes Banner mit der "Goldenen Regel", das von der "Partnerschaft für Demokratie" mit Unterstützung von Simon Ortner gefördert wurde. Es erinnerte daran, dass Respekt und Mitmenschlichkeit grundlegende Werte für eine friedliche Gesellschaft sind.
Martha Hirte fand eindringliche Worte: "Hämbach – ein Name, der vielen unbekannt geblieben ist. Doch für die Häftlinge, die hier unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten mussten, war er ein Synonym für Qual und Entbehrung. Ihre Namen, ihre Geschichten – sie mahnen uns, dass Geschichte nicht verblassen darf."
Nach den Redebeiträgen folgte eine Gedenkminute. In stiller Erinnerung gedachten die Anwesenden der unzähligen Männer, Frauen und Kinder, die in den Lagern gefangen gehalten wurden. Die Stille war ein bewegender Moment des Nachdenkens und der Mahnung, die Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Den Abschluss bildete die Niederlegung eines Kranzes – ein stilles, aber kraftvolles Zeichen des Gedenkens. "Erinnerung bedeutet nicht nur Rückblick", sagte Marthaabschließend. "Sie ist Verpflichtung. Ein Versprechen, dass wir nicht zulassen, dass Gleichgültigkeit, Hass und Unrecht jemals wieder Oberhand gewinnen."
Text und Bilder: Maxim Berg